Modul 2 · Tools & Werkzeuge — dein Setup, das hältT2Gratis12 Min Lesedauer

Welche Werkzeuge brauchst du wirklich?

Eine Matrix, die Funktionen mit Tools verbindet — damit du genau das aufbaust, was du brauchst, und nichts mehr installierst.

Von Lars Bertram · Stand: Juni 2026

In dieser Lektion:Next.jsSupabaseVercelGitHubResendStripe

Stack-Entscheidung

Nicht jedes Projekt braucht alle sechs Tools.

Diese Lektion gibt dir die Matrix, die deine Stack-Entscheidung in zwei Minuten durchdenkt — bevor du irgendwas installierst.

In Lektion 1-6 hast du den Default-Stack gesehen — sechs Werkzeuge, die zusammen ein vollständiges Setup ergeben. Aber nicht jedes Projekt braucht alle sechs. Eine reine Marketing-Seite kommt ohne Datenbank aus. Eine interne Team-App braucht keinen Bezahl-Flow. Bevor du Accounts anlegst und Software installierst, lohnt sich eine Minute Überlegung: Was brauche ich wirklich?

Die Matrix: vier Use-Cases, sechs Tools

Statt jedem User den ganzen Stack aufzudrücken, ordnen wir die Tools nach Funktionen und mappen sie auf typische Use-Cases:

FunktionToolMarketing-SiteWeb-App mit LoginVoll-Produkt mit BezahlungInternes Tool
EditorVS Code
AI-Co-PilotClaude
Code-HostingGitHub
DeploymentVerceloptional
Datenbank + AuthSupabase
Mail-VersandResendoptionaloptionaloptional
Bezahl-FlowStripe

Lese-Anleitung: ✓ = brauchst du · — = brauchst du nicht · optional = je nach Anforderung sinnvoll.

Die vier Use-Cases im Detail

1. Reine Marketing-Site

Eine Landingpage mit Hero, Features, FAQ, Kontakt. Keine User-Accounts, keine Datenbank, kein Bezahl-Flow. Eventuell ein Kontakt-Formular, dessen Einsendungen per Mail an dich gehen.

Tools: VS Code, Claude Code, GitHub, Vercel. Plus Resend, wenn du Kontakt-Formular-Einsendungen per Mail bekommen willst.

Spar-Potenzial: Supabase und Stripe komplett raus. Bei kleinem Traffic alles im Free-Tier — Domain ist die einzige laufende Ausgabe (~1 €/Monat).

2. Web-App mit Login

Eine App, in der User sich registrieren, einloggen und persönliche Daten speichern können. Beispiele: Dashboard, Habit-Tracker, persönliche Notizen-App, internes Team-Tool mit Anmeldung.

Tools: VS Code, Claude Code, GitHub, Vercel, Supabase. Plus Resend für Login-Mails (Magic Links, Passwort-Reset, Welcome-Mail).

Spar-Potenzial: Stripe — sparst du, wenn die App nicht monetarisiert wird (Hobby, internes Tool, kostenloser Service).

3. Voll-Produkt mit Bezahlung

Eine Plattform, die User abonnieren, einmalig kaufen oder über Verbrauch bezahlen. Beispiele: SaaS-Tool, Online-Kurs, Marktplatz, digitales Produkt — wie diese Lernplattform hier.

Tools: Alle sechs — VS Code, Claude Code, GitHub, Vercel, Supabase, Resend, Stripe.

Notwendig: Stripe für sauberen Bezahl-Flow + Rechnungsstellung. Resend für Welcome-Mails, Login-Links und Quittungen, die nicht im Spam landen.

4. Internes Tool / Team-Dashboard

Ein Tool, das nur dein Team nutzt — z.B. ein internes CRM, ein Approval-Workflow, eine Status-Page für Kunden-Projekte.

Tools: VS Code, Claude Code, GitHub, Supabase. Vercel optional (du kannst auch lokal hosten oder auf eigenem Server). Stripe nicht nötig — kein externer Verkauf.

Spar-Potenzial: Vercel + Stripe + Resend können raus, wenn alles intern bleibt und du nur mit eingeloggten Team-Mitgliedern kommunizierst.

Drei Faustregeln, die dir die Wahl abnehmen

1. „Brauche ich User-Accounts?" → Wenn ja: Supabase. Auth + Datenbank in einem. Keine User-Accounts? Supabase weglassen — eine statisch gerenderte Site reicht.

2. „Verschicke ich personalisierte Mails?" → Wenn ja: Resend. Welcome-Mails, Login-Links, Quittungen, Reminder. Wenn du ohne Account-System auskommst und einfach Kontakt-Formulare auf eine Sammel-Adresse routen willst, kannst du Resend weglassen.

3. „Will ich Geld einnehmen?" → Wenn ja: Stripe. Ohne Bezahl-Flow: kein Stripe. Sobald du eine zahlende Kundschaft willst, ist Stripe in Europa praktisch alternativlos für saubere, DSGVO-konforme Abwicklung mit Rechnungsstellung.

Konkretes Beispiel: die Lernbuddy-Landingpage aus Lektion 5-0

Im Worked Example von Modul 5 baust du die Marketing-Landingpage für deinen Lernbuddy — mit Warteliste statt Bezahl-Flow. Schauen wir mit der Matrix:

  • Marketing-Inhalte (Hero, FAQ) → Vercel
  • Warteliste-Anmeldungen speichern → Supabase ✓ — eine waitlist-Tabelle. Achtung, feiner Unterschied: Datenbank ja, aber kein Login — die Anmeldung ist anonym, niemand legt einen Account an.
  • Benachrichtigungs-Mail bei jeder Anmeldung → Resend
  • Kein Produkt-Login für Besucher, kein Bezahl-Flow → Stripe weglassen

→ Stack für die Lernbuddy-Landingpage: VS Code + Claude Code + GitHub + Vercel + Supabase + Resend. Stripe sparst du dir — die Landingpage verkauft noch nichts, sie sammelt nur Interesse. (Das eigentliche Produkt, der Lernbuddy selbst, braucht später Login + Stripe — die Landingpage davor nicht.)

Wann du den Stack später aufstockst

Der Stack ist modular. Du kannst klein anfangen und nachziehen, wenn dein Use-Case wächst:

  • Stand-alone-Marketing-Site → später Login dazu: Supabase nachziehen, Migrations anlegen, in 30 Minuten erledigt.
  • App mit Login → später monetarisieren: Stripe-Account anlegen, Bezahl-Flow als Feature-Spec ergänzen. Anleitung kommt in Modul 6 (Stripe-Vertiefung).
  • Marketing-Site → später Newsletter: Resend dazunehmen, in lib/email/ einen kleinen Wrapper bauen.

Du musst nicht alles auf einmal entscheiden. Aber: nichts installieren, was du nicht brauchst. Jedes überflüssige Tool ist eine zusätzliche Wartungs-Stelle, die irgendwann Aufwand erzeugt — sei es ein abgelaufener API-Key, eine veraltete Library oder einfach mentaler Overhead.